"Magareta von Buxtehude"

 

Über Jahrhunderte war der "Ewer" das typische Frachtschiff der Niederelbe und der der Nordseeküste vorgelagerten Wattengebiete. 

Durch die plattbodige Bauart waren die Ewer in der Lage, sich den durch Ebbe und Flut ständig ändernden Wasserverhältnissen, die Reviere zu befahren. Die Bezeichnung "Ewer" taucht zum ersten Mal im Mai 1251 auf. Dieser Schiffstyp hat also eine lange Geschichte. Am 11. November 1896 unterzeichnete der Buxtehuder Schiffer Nikolaus Ecks und der Elmshorner Schiffbaumeister D. W. Kremer Sohn einen Vertrag für den Bau eines eisernen "Giegewers" (einmastig) mit Holzboden:

 

Bodenlänge 53 Fuß / Bodenbreite 11 ½ Fuß
Decksbreite 15 Fuß / Tiefe von Deck bis Oberkante Boden 5 Fuß
- alles Hambürger Maaß -

 

Der Preis wurde mit 5.150.-Goldmark vereinbart. Der Liefertermin wurde mit Juni 1897 angegeben. Am 11. Mai 1897 war Stapellauf und Übergabe. Der Ewer wurde auf den Namen "Margareta" getauft.
 

Schon im Herbst 1898 musste nach einer schweren Havarie fast das ganze Vorschiff erneuert werden. Die Reparaturkosten betrugen 1.956,25 Goldmark. Nach dem Tode von Nikolaus Ecks übernahm im Jahre 1900 der Bruder Diedrich Ecks den Ewer und segelte zusammen mit seiner Frau als Besatzung mit allen greifbaren Frachten hauptsächlich auf der Elbe mit ihren Nebenflüssen.

Schiff und Besatzung erlebten bewegte gute und schlechte Zeiten. Immer wieder wurde das Schiff umgebaut um die unterschiedlichen Nutzungen zu ermöglichen. 1973 wurde der Ewer aus dem Binnenschiffsregister gestrichen, weil er zu einem Fähranleger umgebaut wurde und auf der Elbinsel Lühesand verankert wurde.

 

Durch die Iniative des Tischlermeisters Ewald Martens erwarb der Förderverein "Altstadt Buxtehude e.V." den Ewer "Margareta". Am 25. Mai 1987, im Schlepp der Barkasse "Plummslucker", kehrte nach 37 Jahren Abwesenheit der Ewer "Margareta" in seinen Heimathafen Buxtehude zurück.

In den folgenden Jahren wurde das Schiff von Ewald Martens und vielen ehrenamtlichen Helfern mit Leidenschaft und Akribie, aber behutsam restauriert. Der ursprüngliche Zustand wurde weitestgehend wieder hergestellt. Sogar die Farbgebung des Ewers entspricht dem ursprünglichen Anstrich, denn aus vorgefundenen Farbresten ließen sich die Farben feststellen und im gleichen Ton anmischen.

Nach dieser umfangreichen Restaurierung wurde der Ewer "Margareta" wieder ins Fleth gebracht und hier vor der Mühle vertäut. Ein unwiederbringliches Stück Buxtehuder Seegeschichte liegt wieder an einem Ort, an den es über Jahrzehnte hinweg Fracht gebracht hat.

Fotos: Deibele

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